Norrgavels Wertefundament

Schlichtheit, Sinnlichkeit und Präsenz sowie Authentizität und Langlebigkeit sind Stichworte, die die Möbel von Norrgavel einfangen. In erster Linie geht es uns aber nicht um die Möbel, die wir verkaufen. Es geht um die Herangehensweise: An Einrichtung und an das Leben überhaupt. Unten beschreiben wir das Wertefundament unseres ganzheitlichen Einrichtungskonzepts ausgehend von unseren drei Grundprinzipien: Mensch, Umwelt und Lebenssinn.

1. Vom Menschen aus gedacht

Bei der Fertigung unserer Möbel und Einrichtungsaccessoires lassen wir stets größte Sorgfalt walten: Bei Details, bei der Funktion und der ästhetischen Gestaltung. Unser Anspruch: Möbel so schön wie nur irgend möglich zu gestalten. Unser Engagement endet nicht beim Kaufbeleg. Am meisten freuen wir uns, wenn Kunden zu uns kommen und Qualitäten beschreiben, die sie erst nach einer ganzen Weile entdeckt haben.

Alltägliches Design

Möbel sind für uns Gebrauchsgegenstände. Wir möchten, dass sie das Alltagsleben einfach und schön gestalten. Unser Anspruch ist, unsere Möbel möglichst vielen zugänglich zu machen: Physisch und finanziell. Dies gilt nicht zuletzt für unsere BAS-Sortiment-Initiative. Auf den ersten Blick haben die Möbel von Norrgavel vielleicht einen stolzen Preis. Aber die Investition lohnt sich! 

Unsere Inspirationsquellen gehen in der Geschichte weit zurück: Karin und Carl Larssons Haus in Sundborn, Ellen Keys „Schönheit für alle“, der Klassizismus der 1920er Jahre, die schwedische Initiative „Schönere Alltagsprodukte“ und HSB, Funktionalismus und gesunder Wohnraum für alle - mit Wohngebieten wie beispielsweise Årsta in Stockholm.

Funktional und praktisch

Schlichtheit ist unser Motto. Hiermit ist nicht Einfachheit als Ergebnis von Not und Mangel gemeint. Auch nicht minimalistische Kargheit, sondern eine Sehnsucht nach erlesener Schlichtheit. Dass ein Tisch einfach aussehen darf wie ein Tisch. Schnörkellos und edel. 

Möbel sollen funktional und praktisch sein - das ist unsere Devise. Bei der Entwicklung neuer Produkte legen wir großen Wert auf die Erfahrung und das Wissen, die wir im Lauf des 20. Jh. in Rahmen von Untersuchungen zu Wohngewohnheiten und Funktionsstudien gewinnen konnten. Hierbei kann es um ganz simple Dinge gehen wie die Innenmaße von Schubladen, die auf DIN-A4-Format ausgelegt sein müssen. Oder aber darum, dass die Platzverhältnisse in Kleiderschränken für zusammengelegte Pullover voll ausgenutzt werden. Es geht auch um die Höhe und Sitzwinkel von Stühlen und dass unter einen niedrigen Fachboden noch Platz für eine Staubsaugerdüse ist. Bei Polstermöbeln muss gewährleistet sein, dass sie sich wirklich sauber halten lassen, bis in die Tiefe.

Gestaltbar und flexibel

Wir möchten unseren Kunden mehr bieten als den Konsum fertiger Produkte. Mit unserem Konzept laden wir die Kunden zum Mitgestalten ein. Wir bieten zahlreiche Wahlmöglichkeiten: Unterschiedliche Größen, diverse Holzarten und Oberflächenbehandlungen. Außerdem sind viele Möbel (Stützen und Fachböden, Schränke, BAS-Tische usw.) von vornherein so gestaltet, dass sie sich an die vorhandenen Platzverhältnisse und Räume individuell anpassen lassen. 

Die Kreativität der Kunden endet nicht beim Kauf. Die Möbel sind so konstruiert, dass sie sich leicht neu beziehen, lackieren und reparieren lassen. Ihre schlichten Form eröffnen vielfältige Optionen. In Kombination mit den leichten Konstruktionen wird die Gestaltung von Wohnräumen flexibler und dynamischer. So ist „Umziehen“ in den eigenen vier Wänden im Handumdrehen möglich.

2. Von der Umwelt aus gedacht – Die Natur im Mittelpunkt

Der Kreislaufgedanke bildet den Ausgangspunkt für unsere Möbelfertigung. Kurzfristig wäre es manchmal verlockend, den Umweltaspekt außer Acht zu lassen. Auf lange Sicht hieße das aber nur, dass wir die Augen vor der Realität verschließen. Durch unser striktes Kreislaufprinzip sind maximal zulässige Schadstoffgehalte oder Grenzwerte so gut wie nie ein Thema. Stattdessen können wir nach Lust und Laune mit natürlichen Rohstoffen arbeiten. 

Norrgavel war das erste Unternehmen in Schweden, dessen Haushaltsmöbel das Svanen-Label trugen. 1999 wurde das Unternehmen mit dem Umweltpreis der schwedischen Möbelbranche ausgezeichnet, der in Zusammenarbeit mit dem WWF verliehen wird.

Material und Produktion

Norrgavel arbeitet ausschließlich mit natürlichen Materialien. Hierfür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind die Fehlerquellen für das Kreislaufprinzip überschaubarer, wenn wir uns strikt an erneuerbare Materialien halten. Der zweite Aspekt betrifft das sinnliche Erleben. Eitempera macht Lichtstimmungen deutlich sichtbar und duftet beim Öffnen einer Schranktür. Dieses unnachahmliche Gefühl, wenn man mit der Hand über eine gelaugte Eichenplatte streicht. Die Haptik eines Holzgriffs oder die unterschiedlichen Texturen von Leinenstoffen. Naturmaterialien regen unsere Sinne stark an, sie sind wartungsarm und werden in der Regel im Alter immer schöner. 

Holz ist der Hauptwerkstoff für unsere Möbel, möglichst aus schwedischen Beständen. Birke, Eiche, Buche und Kiefer sowie Erle, wenn auch in geringerem Umfang. Wir verwenden ausschließlich Massivholz, denn Gebrauchsmöbel müssen strapazierfähig sein. Hierbei lassen wir uns von unserer Sehnsucht nach Echtheit und Authentizität leiten: Die Materialien sollen wirklich das sein, wonach sie aussehen. Bei mehreren Möbeln bleibt die Holzoberfläche unbehandelt. Ansonsten verwenden wir immer offene Oberflächenbehandlungen wie Öl, Lauge und Eitempera, die die Poren nicht verstopfen. So bleiben die hygroskopischen Eigenschaften von Holz, d. h. die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und abzugeben, erhalten. 

Als Polstermaterial verwenden wir eine Vielzahl von Materialien, die von Rosshaar über Afrik bis hin zu Naturkautschuk und Wasservogelfedern reichen. Der Großteil unserer Textilien besteht aus Leinen und Wolle, manchmal sind Seide und Viskose (Zellulosefasern) beigemischt. 

Wir vermeiden den Einsatz vieler unterschiedlicher Materialien. Wenn wir mehrere in ein und demselben Möbel einsetzen, achten wir darauf, dass diese voneinander getrennt sind. Dies erleichtert die tägliche Pflege und etwaige Reparaturen oder die Entsorgung. 

Die Konstruktion wird häufig offen gezeigt, zum einen als Designelement, zum anderen, um Möbel möglichst verständlich zu gestalten. Um eine hohe, dauerhafte Festigkeit zu erreichen, gehen wir in der Regel von bewährten Konstruktionen und Verbindungstechniken aus. In manchen Fällen lassen wir uns hierfür vom traditionellen schwedischen Bauernhandwerk inspirieren. Wir haben den Anspruch, die neueste Technik optimal auszunutzen. Die vielen Wahlmöglichkeiten für die Kunden und die handwerkliche Qualität der Möbel führen dazu, dass zahlreiche Arbeitsschritte einzeln und manuell ausgeführt werden müssen.

Form und Funktion

Wir möchten, dass unsere Kundinnen und Kunden an unseren Produkten möglichst lange Freude haben. Deswegen ist es mit der rein materiellen Haltbarkeit nicht getan. Die Produkte müssen in jeder Hinsicht zeitlos sein: Physisch und ästhetisch. Wir haben den Anspruch, über den Trends zu stehen. Deswegen streben wir eine Form an, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Die Vorbilder hierfür finden sich im Möbeldesign der 1930er, 1940er und 1950er Jahre: Bruno Mathsson, Alvar Aalto, Börge Mogensen u. a. 

Für die Umweltperspektive gibt es noch einen weiteren entscheidenden Aspekt: Die Funktion. Die Technik und soziale Muster verändern sich heutzutage viel schneller als in früheren Generationen. 

Hierdurch stellen sich völlig neue Anforderungen an Möbel. Um zu gewährleisten, dass die Möbel lange Zeit verwendet werden können, muss ihr Design offen sein. Nur so können sie während ihrer Lebensdauer verschiedene Funktionen erfüllen.

3. Vom Lebenssinn aus gedacht – über die Ewigkeit

Mit der Demokratie und Verteilungsfragen hielt vor hundert Jahren die menschliche Perspektive Einzug. Gut ein halbes Jahrhundert später trat der Umweltschutz auf den Plan. Heutzutage geht es bei globalen Konflikten häufig um existenzielle Fragen, die zu einem Kampf zwischen verschiedenen Glaubenssystemen führen. Industrie, Wissenschaft und Technik haben diese Fragestellungen nie integriert. Für die Unternehmenskultur von Norrgavel bilden diese Aspekte den eigentlichen Kern. Worin liegt der Sinn von allem? Wie meistert Norrgavel die Herausforderung, Mensch zu sein?

Was ist eigentlich wichtig?

Die westliche, materialistische Weltanschauung vermittelt uns die Auffassung, dass unsere Persönlichkeit in unserer sozialen Stellung, unserer beruflichen Rolle und unserem Besitz besteht. Etwa nach dem Motto „Ich bin das, was ich mache/habe.“ Ein Ansatz, der von der Sinnfrage ausgeht, stellt dieses Verständnis auf den Kopf: „Ich mache/habe, was ich bin.“ Um zu wissen, was ich tun soll oder welche materiellen Bedürfnisse ich habe, muss ich also herausfinden, wer ich bin. Wer bin ich? 

Was ist wirklich wichtig im Leben? Lebenswichtig, also! Ein Glas Wasser, wenn man wirklich Durst hat. Das erste Schneeglöckchen im Frühling. Die Geburt eines Kindes und der Tod eines nahen Angehörigen. Die Kontrolle fallen zu lassen und sich hinzugeben. Gesundheit. Und zugleich: Wie oft werden nicht gerade die Menschen, die das Leben in vollen Zügen auskosten, schwer krank oder von anderen Lebenskrisen auf die Probe gestellt. 

Alles, was im Leben wichtig ist, ist irgendwie paradox. Egal, was man sagt: das Gegenteil ist genauso wahr. Das gilt auch für unsere Möbel. Auf eine Weise ist ihre Gestaltung lebenswichtig. Aus einer anderen Perspektive dagegen natürlich völlig unwichtig. Das ist kein leeres Spiel mit Worten, wir wollen uns nicht irgendwie wichtigmachen. Es ist erstaunlich real. 

Möbel zu kaufen, um glücklich zu werden, ist keine gute Idee. Wenn man aber glücklich ist, weil man das Leben wirklich in vollen Zügen auskostet, gehört es ganz natürlich dazu, sich etwas zu gönnen, was sich gut anfühlt. 

Qualität gleich Präsenz

In Designerkreisen wird oft behauptet, dass Qualität im Gegenstand selbst liegt, beispielsweise im Sinne einer reinen Form. Wenn man dagegen die Frage stellt – Ideal für wen? –, steht Qualität stattdessen für eine Beziehung: Eine Verbindung, die durch die Begegnung zwischen dem Gegenstand und den Urteilenden entsteht. Oder dem Gegenstand und dem Designer/der Designerin. Oder dem Gegenstand und dem Benutzer/der Benutzerin. 

Beziehungen zu unseren Kunden und Kundinnen herzustellen, liegt uns sehr am Herzen. Wir möchten es unseren Kunden und Kundinnen leichter machen, in der Kaufsituation ganz präsent zu sein und die Dinge, mit denen sie sich umgeben, ganz bewusst auszuwählen. Mit anderen Worten: Weniger konsumieren und sich höhere Qualität gönnen. 

Unsere Kunden und Kundinnen sollen an Möbeln von Norrgavel möglichst lange Freude haben. Die Möbel sollen eine optimale Funktion bieten und das Leben erleichtern. Ein unaufdringliches Design, das erst im Gebrauch seine Wirkung entfaltet, dann aber umso mehr. Ein Stuhl, der dem Körper an den richtigen Stellen Unterstützung bietet, ein Griff, der den Fingern und der Hand dabei hilft, eine Schublade aufzuziehen. Die Möbel gehen von einem Grundgedanken aus: Sie sollen das Leben nicht beherrschen, sondern den Hintergrund bilden. Für uns hat Design also nicht die Aufgabe, witzig oder spektakulär zu sein. 

Unsere Inspirationsquelle sind die japanische Tradition und amerikanische Shaker-Möbel. Die Schreiner, die die Shaker-Möbel fertigten, glaubten, dass sie ihre Arbeit im Dienste Gottes ausführten. Das Zweitbeste taugte also nicht! Auch wenn wir in der Beschreibung von Norrgavels Konzept „Gott“ durch die Begriffe „Präsenz“ und „Ewigkeit“ ersetzt haben, sprechen wir eigentlich von derselben Sache. Unser Motto lautet, nur das zu machen, was sich richtig gut anfühlt. In der Regel fällt das mit Produkten zusammen, die wir uns selbst wünschen. Exklusive Erlesenheit ist unser Wahlspruch. Wir versuchen, uns in allen Prozessen zu 100 % einzubringen. Unsere Arbeit ist von der Leidenschaft, von der Liebe zur Sache geprägt. 

Nicht selten erleben wir, dass wir durch diesen Ansatz bei unseren Kunden und Kundinnen ähnliche Saiten zum Schwingen bringen. Das Erlebnis von Schönheit öffnet vielen Menschen die Augen für das, was in ihrem Leben wirklich wichtig ist.

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